Die Flut kam ohne Vorwarnung
Zeitungsbericht aus XXXX vom 21. August 2003
Hochwasser-Opfer aus Grimma machen Urlaub bei der Famile Jäger
aus Tretzendorf

Weit weg vom Wasser: Famile Gabriel (vorne)
aus Grimma macht Urlaub im trockenen Steigerwald bei Kerstin und Edgar
Jäger
Tretzendorf. Den 13. August 2002 werden die Gabriels
aus Grimma nie vergessen. An diesem Tag kam das Hochwasser der Mulde zu
ihnen in die Schulstraße, und im Laufe des Vormittags stieg das
Wasser im Erdgeschoss auf 2,35 Meter. Per Boot wurden sie aus dem ersten
Stock ihres Hauses evakuiert.
Die Katastrophe war ohne Vorwarnung über sie hereingebrochen. Peter
Gabriel erzählt: „Ich war am 12. August am Abend noch mit dem
Hund an der Mulde, da fehlten noch zehn Zentimeter bis der Fluss über
die Ufer tritt. Morgens kam dann das Wasser“.
Während daheim noch immer die Renovierungsarbeiten laufen, verbringen
sie einen Urlaub auf dem Damwildhof Jäger; die Familie Jäger
hat die Hochwassergeschädigten zu diesem Aufenthalt im Steigerwald
eingeladen, um ihre Solidarität mit den Opfern zu zeigen.
Peter, Daniela und die 13-jährige Stefanie genießen die Erholung
im Steigerwald bei ausgedehnten Waldspaziergängen und Ausflügen
in die nähere Umgebung. Daheim leben sie nach wie vor im ersten Stock
ihres Hauses, denn im Erdgeschoss liefen bis April sechs Trocknungsgeräte,
bis endlich die Mauern trockengelegt waren. Zwei Monate lang lebten sie
bei der Schwester. Auch der Arbeitsplatz von Daniela Gabriel, ein Friseursalon
in der Innenstadt, war regelrecht weggeschwemmt. Der Betrieb konnte in
einem Ausweichladen anlaufen.
Das Mulde-Hochwasser in Grimma dauerte zwar nur zwei Tage, doch die Schäden
waren enorm und sind noch heute überall in der Stadt sichtbar, obwohl
bereits umfangreiche Sanierungsarbeiten stattfinden. Noch immer sind auch
die Gabriels daheim mit der Sanierung beschäftigt, laut Gutachten
beläuft sich der Schaden am Gebäude 80 000 Euro. Zum Glück
sind sie Mitglied in der so genannten „Altversicherung“, der
Gebäudeschaden wird also übernommen. Allerdings gibt es auch
große Schäden an den Außen- und Hofanlagen, so dass die
Gabriels noch einige Zeit alle Hände voll zu tun haben werden.
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